Presse Repair Cafe 2017

(Unterseite von: Repair Café)

 

Das Repaircafé Siegen erwartete zu seiner ersten Öffnung nach Ostern am 22.04.2017 einen besonderen Besucher:
Der 1. stellvertretende Bürgermeister der Stadt Siegen, Jens Kamieth hat sich angesagt.

Zunächst informiert ihn Ulrich Daub, der Leiter des Repaircafés, über die Entstehung des Projektes hier in Siegen und erklärt die ursprüngliche Idee des Repaircafés, die aus den Niederlanden kommt. Dazu Kamieth: „ Jegliches Ehrenamt kann man nicht hoch genug einschätzen, wenn dann noch zusätzliche Schwerpunkte wie Müllvermeidung und die Schonung der Ressourcen dazukommen, dann ist das einfach super.“

Wie sinnvoll sich das Projekt für ihn darstellt, dazu ein persönliches Beispiel: Ein in jungen Jahren gekaufter, sehr teurer Videorekorder, gibt bald seinen Geist auf. Da es noch kein Repaircafé in Siegen gab, wandte er sich an den Hersteller und bezahlte für die Reparatur so viel, er hätte sich fast einen neuen Player dafür kaufen können. Und was war? Eine Leiterbahn für die Stromzufuhr musste gelötet werden! Das wäre eine Kleinigkeit für die Experten im Repaircafé gewesen.

Auf die Frage, ob er nicht auch die Befürchtung teile, dass wir, das Repaircafé in gewisser Weise eine Konkurrenz für den Handel sein könnten, antwortete er: „Keineswegs! Durch die Reparatur ihrer funktionsunfähigen Geräte sparen die Leute ja auch Geld, das sie sonst für ein neues Gerät ausgegeben hätten. Und was machen sie damit? Sie geben es aus, für andere Dinge! So landet es doch wieder beim Handel oder aber in der Gastronomie?“

Im Gespräch mit einem der Tüftler wird noch einmal deutlich, wie die Reparatur moderner Geräte absichtlich vom Hersteller erschwert wird, zum Beispiel durch die Einführung immer raffinierterer Schrauben, so dass sich die Geräte kaum oder gar nicht mehr öffnen lassen. Dagegen haben die älteren Geräte noch eine reelle Chance auf Reparatur.

Zum Schluss seines Besuches hatte Kamieth noch eine zündende Idee: „Wie wäre es, wenn das Repaircafé Kontakt aufnähme zu den Siegener Recyclingwerkstätten mit dem Vorschlag, ein Behältnis zur Verfügung zu stellen, in dem die nicht mehr reparierbaren Elektrogeräte entsorgt werden können. Zum Ende der Öffnungszeiten des Repaircafés würde der Behälter von den Werkstätten wieder abgeholt. Dies wäre eine dreifache „win-win“-Situation:

- Das Repaircafé erweitert sein Angebot.
- Die Kunden müssen ihre unbrauchbaren Geräte nicht wieder mit nach Hause nehmen.
- Die wertvollen Rohstoffe aus den Geräten werden sicher wieder verwertet.

Dieser Vorschlag wird von den Verantwortlichen des Repaircafés Siegen aufgegriffen, erste Kontaktaufnahmen laufen bereits.
Es wäre eine logische Ergänzung des Konzeptes und eine zusätzliche Vernetzung der Akteure in Siegen.

 

 

 

© Verein ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V. Stand: 12/2016
[ Alt sein ist eine herrliche Sache, wenn man nicht verlernt hat, was anfangen heißt ] ( Martin Buber )